Ein neues Basislager

Basislager

Die erste Etappe meiner Weltreise liegt hinter mir. Meine Berichte von „hinter den Kulissen“ habe ich abgeschlossen. Ansonsten scheint in meinem Alltag seit meiner Rückkehr nichts wirklich spannendes mehr zu passieren. Das hat mich schon vor drei Monaten gestört als ich in der Episode „Vom Ende der Freiheit“ über die drei Gefängnisse meines Lebens berichtet habe. Heute gibt es die Fortsetzung dazu mit der ich mein Versprechen einlöse mal wieder etwas persönliches zu schreiben.

In meinem Leben bewegt sich was

Ich habe damit begonnen endlich die Baustellen anzupacken die mich schon seit etwa 2008 beschäftigen. In meinem Leben bewegt sich derzeit einiges und es wird auch in den nächsten Monaten sehr spannend bleiben.

Schöner Wohnen

Schon seit 2008 habe ich den Wunsch wieder etwas grüner und ruhiger zu wohnen. Andererseits wollte ich auf die Vorteile des Stadtlebens wie kurzer Arbeitsweg, Fitness-Studio und Bioladen nicht verzichten. Zudem stand bereits fest dass ich für sechs Monate verreisen wollte. Ein Umzug in eine größere und teurere Wohnung erschien mir nach Reise sinnvoller. Nun stehen Schönheitsreparaturen wie die Erneuerung von Anstrichen, Vorhängen und Teppichböden an und es war Zeit eine Entscheidung zu treffen.

Nach vielen Monaten der Überlegung war klar was ich will: ein kleines Haus zur Miete mit mindestens 3 Zimmern, Küche, Bad und Garten in Nürnberg Nord/Ost.

Ich habe Anzeigen in der Wochenendausgabe der lokalen Tageszeitung geschalten, Aushänge in Supermärkten gemacht sowie Suchaufträge bei den Internetportalen Immowelt, Immonet und Immobilienscout24 angelegt. Die Zeitungsanzeigen brachten den größten Erfolg und in nur wenigen Wochen wurde ich fündig.

Nach viel Unschlüssigkeit ob ich in Zukunft in der Stadt oder auf dem Land leben will folgt nun der Mittelweg: ich ziehe 12 Kilometer vor die Tore Nürnbergs in eine kleine Marktgemeinde mit 8000 Einwohnern. Spätestens im September beginnt der Umzug in das neue Basislager mit 5 Zimmern, Küche, Bad, Terrasse, Balkon und 700 Quadratmeter Garten.

Für mich ist es ein Experiment. Denn mein innerer Buchhalter wehrt sich ganz massiv gegen diese Entscheidung die „zu groß“, „zu teuer“ und „nicht gut genug“ ist. Mehr Platz, mehr Ruhe, saubere Luft und ein Garten stehen rund 300 Euro monatlichen Mehrkosten und mehr Zeitaufwand gegenüber. Durch meine Reise weiß ich dass mir alleine ein Zimmer mit Bett, Stuhl, Tisch, Schrank, Bad und Küche genügen würde. Gut – große Panoramafenster mit Blick über die Terrasse auf den eingewachsenen Garten, ein Kaminofen, Parkettböden und ein Abstellraum wären schon schön…

Fakt ist dass es schwierig ist wirklich kleine und moderne Einzelhäuser zur Miete zu finden. In Deutschland wurden und werden Häuser erstens für Familien und zweitens für die Ewigkeit gebaut. Dies geht völlig am Bedarf vorbei: Laut dem statistischen Bundesamt lebten im Jahr 2012 in 3 von 4 Haushalten maximal 2 Personen. Der Trend geht dahin dass im Jahr 2030 in einem Haushalt nur noch durchschnittlich 1,88 Personen leben werden. Und die Doppelgarage brauchen wir nicht mehr weil uns das selbstfahrende Auto zukünftig direkt von zu Hause abholt. Was passiert mit den vielen viel zu großen Häusern?

Wie geht´s weiter?

Nachdem ich das neue Basislager bezogen habe werde mich als nächstes um meine berufliche Zukunft kümmern. Damit ich mich intensiv um meine Baustellen kümmern und trotzdem den Sommer genießen kann schicke ich Dominiks Welt in die Sommerpause. Möglicherweise habe ich dennoch Lust zwischendrin mal zu schreiben.

Aufnahme des neuen Basislagers.