Dominik packt aus: Packliste 2014

Packliste von Dominik Sommerer, Dominiks Welt

Alles was in meinem Rucksack ist habe ich sorgfältig ausgewählt, geprüft und getestet. Denn für die erste Etappe meiner Weltreise im Herbst 2013 hatte ich mir vorgenommen nur mit Handgepäck zu reisen. Ich habe unzählige Packlisten studiert. Zahlreiche Blogs und Bücher über ultraleichtes reisen gelesen. Viele Produkte angeschaut und getestet. Einmal angefangen hat mich die Sache so fasziniert dass mein gesamter Rucksackinhalt aus einer Symbiose der besten Strategie und den besten Produkten besteht.

Einmal im Jahr packe ich meinen Rucksack aus und stelle meinen Rucksackinhalt vor. Heute ist es zum ersten Mal soweit.

Hier ist die Packliste 2014.

  • Aus rechtlichen Gründen sind alle Links die auf konkrete Produkte verweisen mit “Werbung” gekennzeichnet.
  • Wie immer empfehle ich nur Produkte die ich auch selbst benutze und Händler bei denen ich selbst kaufe.
  • Alle Links sollten sich automatisch in einem neuen Fenster öffnen so dass du in Ruhe diese Episode bis zum Ende lesen kannst und dir dann am Schluss die Details ansehen kannst.

Rucksack

Den Rucksack habe ich ganz zum Schluss gekauft weil ich selbst nicht geglaubt hatte dass ich es schaffe nur mit Handgepäck zu reisen. Meine Wahl fiel auf:

  • GoLite Jam 35 (770 g).

Zum Vergleich: Mein alter Trekkingrucksack wog früher 2100 Gramm.

Der GoLite Jam 35 hat ein großes Hauptfach mit Zugverschluss, ein Nebenfach mit zwei Reißverschlüssen, zwei Stecktaschen an der Seite, zwei relativ große Taschen am  Hüftgürtel und eine Signalpfeife am Brustgürtel. Das Rückteil ist herausnehmbar und kann als Sitzkissen verwendet werden.

Gekauft habe ich den GoLite Jam 35 bei Sack&Pack. GoLite-Produkte sind seit November 2013 auch über GoLite Europe lieferbar. Nachtrag 09.03.2015: GoLite hat am 13.10.2014 Insolvenz angemeldet und Produkte sind nicht mehr lieferbar.

Der Rucksack ist sehr schlauchig geschnitten und wird von oben beladen.Vorteil: Er liegt eng am Rücken an und lässt sich trotz des geringen Eigengewichts sehr komfortabel tragen. Nachteil: Man muss ihn komplett ausräumen wenn man etwas braucht das sich ganz unten im Rucksack befindet.

8 Module für mehr Überblick im Rucksack

Ich habe die Ausrüstung in meinem Rucksack deshalb in 8 Module gegliedert die ich je nach Bedarf einpacke:

  1. Kleidung
  2. Kulturbeutel
  3. Technik und Elektronik
  4. Graffel
  5. Reiseapotheke
  6. Dokumente und Papierkram
  7. Verpflegung
  8. Draußenschlafen

Die einzelnen Module habe ich weitgehend in Plastiktüten oder Zip-Beutel zusammen gefasst. Ich schwöre dabei auf die Marke Zipper von Toppits. Die 1-Liter-Beutel zu 20 Cent und 3-Liter-Beutel für 30 Cent pro Stück sind recht stabil und preislich unschlagbar. Im Outdoorladen kann man für ähnliche Zipbeutel leicht ein Vielfaches ausgeben.

Nebeneffekt: Ich spare mir eine separate Regenhülle für den Rucksack.

Modul 1: Kleidung

Das Geheimnis meiner ultraleichten Reisegarderobe habe ich hier bereits vorgestellt. Ich nehme nur 2 Teile je Schicht mit. Eines trage ich am Körper, eines habe ich zum Wechseln dabei. Waschen tue ich ich per Hand im Waschbecken. Meine Reisekleidung ist schnell trocknend, flexibel kombinierbar, tauglich für alle vier Jahreszeiten und besteht aus folgenden Einzelteilen:

Modul 2: Kulturbeutel

Mein Kulturbeutel besteht aus einem Ein-Liter-Zip-Beutel mit folgendem Inhalt:

  • Zahnbürste (17 g)
  • Zahnpasta (voll, 41 g)
  • Zahnseide (voll, 12 g)
  • Interdentalsticks (2 g)
  • Nassrasierer (37 g)
  • Box mit 4 Rasierklingen (27 g)
  • Nagelzwicker (17 g)
  • Duschgel, gleichzeitig Spülmittel, Waschmittel und Rasierschaum, selbst abgefüllt in einer 100 ml Muji-Flasche (voll, 137 g)
  • Deo, selbst abgefüllt in einem kleinen Pumpspender von Muji (voll, 29 g)
  • Feuchtigkeitscreme, selbst abgefüllt in einem Filmdöschen (34 g)
  • Wattestäbchen wasserdicht verpackt (16 g)

Muji ist eine coole stylische Ladenkette aus Japan mit lauter nützlichen toll gestalteten Haushaltshelfern. Auch in Deutschland gibt es Filialen wie z.B. in Berlin.

Bei längeren Reisen nehme ich zusätzlich einen Langhaarschneider mit Ladegerät (238 g) mit. Ein leichteres Produkt (95 g) von Gillette, gleichzeitig Langhaarschneider und Nassrasierer, hat sich als Glump erwiesen. Bei uns in Franken nennen wir einen Gegenstand so wenn er seine erwarteten Eigenschaften nicht erfüllt.

Modul 3: Technik und Elektronik

Ich reise meistens ohne Laptop und organisiere mich unterwegs mit dem Handy. Der Inhalt meines Technik-Beutels beschränkt sich auf:

  • Handy-Ladegerät (35 g)
  • Kopfhörer (Werbung: Sennheiser CX 300, 10 g)
  • USB-Stick mit SD-Karten-Slot (Werbung: Hama Kartenleser 8in1) zzgl. Micro-SD-Adapter und Micro-SD-Karte für Datensicherung (17 g)
  • Steckeradapter (Werbung: SKROSS World Adapter Pro, 145 g), funktioniert laut Beschreibung weltweit außer im südlichen Afrika, nach meiner Erfahrung jedoch auch nicht in Japan
  • Stirnlampe (Werbung: Petzl Zipka Plus², 65 g)
  • Zusatzakku für Fotoapparat (18 g)
  • Ladegerät für Fotoapparat (86 g)

Meine Kamera Fuji X10 habe ich hier schon vorgestellt. Mit Akku und Tragegurt wiegt sie 380 Gramm. Sie ist so klein dass sie in die Bauchtasche des Rucksack passt. Damit spare ich Gewicht für eine zusätzliche Kameratasche.

Modul 4: Graffel

Noch ein fränkischer Ausdruck für nützliche Dinge die in keine andere Kategorie passen. In meinem Zip-Beutel sind:

  • 1 Kugelschreiber (8 g)
  • 1 Bleistift (2 g)
  • 1 Spitzer (4 g)
  • 1 Radiergummi (24 g)
  • 1 Brillenputztuch (5 g)
  • 1 Ohrstösel (1 g), kleines Gewicht, große Wirkung
  • 1 Augenbinde (Werbung: Design Go Sleep Shade, 17 g)
  • 1 Plastiklöffel (Werbung: Light my Fire Spork, 9 g), eine Kombination aus Messer, Gabel und Löffel wobei die Schneidekante des Messers nicht viel taugt. Gibt es auch als Titan-Variante, dürfte dann allerdings nicht mehr zulässig als Handgepäck im Flugzeug sein (Werbung: Light my Fire Spork Titan, 20 g)
  • 1 Taschenmesser (Werbung: Opinel 8 rostfrei, 43 g), darf nicht als Handgepäck ins Flugzeug mitgenommen werden
  • diverse Sicherheitsnadeln (3 g)
  • Nähzeug (3 g)
  • Sonnencréme, selbst abgefüllt in einem Filmdöschen ( 30 g)
  • 1 Universal-Stöpsel (Werbung: Universal-Stöpsel, 35 g), für meine Handwäsche. Die beigefügte Wäscheleine benutze ich nicht.
  • 1 vierstelliges Zahlenschloss (Werbung: ABUS Zahlenschloss Alu, 104 g)

Außerdem dabei:

  • 1 große Edelstahltasse (98 g), für Tee, Suppe und Müsli
  • 4 Packungen Papiertaschentücher (je 28 g)
  • 1 Schlafsack-Inlet aus Seide (Sea to Summit Silk Liner, 125 g)
  • 1 Regenschirm (158 g)
  • 1 Sonnenbrille mit Etui (75 g)
  • 1 Ersatzbrille mit Etui (84 g)
  • 1 schnelltrocknendes Mikrofaser-Handtuch, Größe 60 cm x 120 cm (Werbung: Meru Sport Towel, 71 g)
  • 1 faltbarer Tagesrucksack (Werbung: Meru Light Pack, 168 g), lässt sich ganz klein zusammen falten
  • 8 Reserve Zip-Beutel 1 l (je 8 g)
  • 3 Reserve Plastiktüten (je 10 g)
  • 1 Stofftüte für Schmutzwäsche (61 g)

Modul 5: Reiseapotheke

Meine Reiseapotheke befindet sich ein einem Ein-Liter-Zip-Beutel mit 352 Gramm Gesamtgewicht und hat folgenden Inhalt:

  • 1 Rolle Klebeband
  • 10 Pflaster
  • 1 Blasenpflaster
  • 1 Verbandpäckchen
  • 50 ml Desinfektionsmittel
  • 12 Tabletten Malarone (gegen Malaria)
  • 10 Schmerztabletten (Paracetamol 500 mg)
  • 20 Cetrizin-Tabletten (Antiallergikum)
  • 20 g Fenistil-Gel 1 mg (z.B. gegen Sonnenbrand)
  • 20 g Soventol-Gel HC 0,25 % (gegen allergische und entzündliche Hauterkrankungen z.B. Mückenstiche)
  • 12 Tabletten gegen Durchfall (Imodium akut)
  • 10 Beutel Elekrolyt-Glucose-Pulver von Elotrans (bei Durchfall)
  • 6 Tabletten Antibiotikum (Azithromycin 250 mg)
  • 1 Fieberthermometer
  • 1 Zeckenzange
  • 1 Pinzette (Werbung: Tweezers Edelstahlpinzette)
  • 1 Infoblatt mit Notfalltipps

Um Gewicht und Volumen zu sparen habe ich bei allen Medikamenten die Pappschachtel entfernt und die Packungsbeilage mit einem Gummi an den Tablettenholstern befestigt.

Modul 6: Dokumente und Papierkram

In einem 3-Liter-Zip-Beutel befinden sich wasserdicht verpackt:

  • 1 Moleskine-Tagebuch (231 g)
  • 1 Bildwörterbuch (Werbung: ICOON communicator, 71 g)
  • 1 Kugelschreiber (8 g)
  • 6 biometrische Passbilder (9 g)
  • 1 Kopie meiner Auslands-Krankenversicherung (31 g)
  • 1 Notfallkarte (2 g) mit Informationen zu Ansprechpartner zu Hause, Krankenversicherung, Blutgruppe und verkürzten Kreditkartennummern mit Sperr-Telefonnummern
  • 1 Rückfallebene oder anglizistisch Backup (80 g) bestehend aus ausgedrucktem Kalender und Adressliste (falls Handy wegen Diebstahl, Verlust oder Stromausfall nicht einsetzbar) sowie Kopien aller wichtiger Dokumente (Reisepass, Visa, Impfpass, Führerschein).

Kreditkartendaten habe ich wegen der Missbrauchsgefahr nur elektronisch und auf der Notfallkarte mit den letzten vier Ziffern und Gültigkeit abgesichert.

Modul 7: Verpflegung

Insgesamt wiegt mein Rucksack voll beladen maximal zwischen 7 und 9 Kilogramm, je nachdem welche Kleidung ich am Körper trage. Hinzu kommt die Verpflegung die oft noch einige Kilogramm Gewicht ausmacht. Ich will mich auch unterwegs sehr gesund und bevorzugt vegetarisch ernähren. Das ist oft schwierig denn entweder werden nur Nahrungsmittel aus Weißmehl, mit viel Zucker und aus Massentierhaltung angeboten oder man investiert viel wertvolle Reisezeit zur Nahrungssuche. Ich setze hier deshalb auf Eigenbewirtung. Mit lang sättigenden, leichten und energiereichen Lebensmitteln wie Vollkornbrot, Nüssen und Trockenobst schaffe ich es bei sehr wenig Gewicht mich sehr gesund zu ernähren.

Modul 8: Draußenschlafen

Schließlich gibt es noch das Modul draußen schlafen, das ich nur mitnehme wenn ich zelte:

Zelt und Isomatte kann ich rechts und links an meinem 35-Liter-Rucksack befestigen, der Schlafsack hat ein sehr kleines Packmaß und passt in den Rucksack.

Wertsachen immer am Körper

Naja, fast immer. Denn irgendwo im Rucksack befindet sich noch gut versteckt eine Bargeld-Reserve und Kreditkarte (68 Gramm). Ansonsten trage ich alle Wertsachen vorne am Körper:

  • Geldbeutel
  • Reisepass
  • Führerschein
  • Fahrkarten
  • Handy inkl. zweiter Datensicherung (Fotos!)
  • eine zweite Notfallkarte mit Informationen zu Ansprechpartner zu Hause, Krankenversicherung, Blutgruppe und verkürzten Kreditkartennummern mit Sperr-Telefonnummern

Was sich bewährt hat…

Die Erfahrungen mit meiner Packliste 2013 waren sehr gut. Ich habe 2014 nur wenige Anpassungen vorgenommen:

  • Rausgeflogen ist mangels ausreichender Funktionalität wie schon erwähnt der kombinierte Langhaarschneider und Nassrasierer.
  • Die Regenhose hatte ich nur einmal an: Als Kälteschutz in einem ungeheizten Hotel in Tibet. Ich nehme sie nur noch auf Wander- und Fahrradtouren mit. Ansonsten ist der Regenschirm praktischer.
  • Nicht benutzt habe ich die Ersatzbrille und kaum benutzt die Reiseapotheke. Ich würde sie dennoch bei Fernreisen weiterhin einpacken.
  • Einige Gegenstände wie eine Unterhose, die lange Unterhose, Socken und den faltbaren Tagesrucksack habe ich nach einem Jahr starker Beanspruchung durch Neukäufe ersetzt.

… und was ich anders machen würde

Für Reisen in die Tropen würde ich zukünftig zwei Sachen vorab ins Hotel schicken damit ich es nicht vor Ort besorgen brauche:

  • ein Moskitomittel mit Wirkstoff DEET zum Auftragen auf die Haut
  • Permethrin um Kleidung gegen Moskitos zu imprägnieren

Der Grund: Mücken können durch meine Kleidung stechen und Krankheiten wie Malaria und Dengue übertragen. Selbst langärmlig bekleidet muss ich meine Haut deshalb immer mit dem giftigen DEET einschmieren. Die Alternative ist es die Kleidung mit Permethrin zu imprägnieren und dann nur noch die ungeschützten Hautstellen an den Händen, am Hals und am Kopf mit DEET einzureiben. Dieses Mittel habe ich jedoch selbst in der 8-Millionen-Metropole Bangkok nicht gefunden.

Generell ins Hotel schicken lassen würde ich mir Reiseführer, da mir die elektronischen Reiseführer auf Kindle&Co zu umständlich, wenig durchdacht und langsam sind.

Aufnahme vom Probepacken am 24. April 2013.